Bioverfügbarkeit: Warum die Form entscheidet, wie viel ankommt
Zwei Präparate können dieselben Milligramm auf dem Etikett tragen und trotzdem völlig Verschiedenes bewirken. Die Zahl vorn sagt dir, was in die Kapsel gefüllt wurde. Sie sagt dir nicht, wie viel davon durch den Magen, durch die Darmwand und ins Blut gelangt.
Für diesen Anteil gibt es ein Wort: Bioverfügbarkeit. Er ist der Grund, warum ein billiger Rohstoff ein teurer Fehler sein kann — und der Grund, warum wir für Rohstoffe mehr bezahlen, als wir müssten.
Was Bioverfügbarkeit wirklich heißt
Bioverfügbarkeit ist der Anteil eines Nährstoffs, der in verwertbarer Form in deinem Blut ankommt. Zwei Dinge entscheiden darüber: ob sich der Stoff überhaupt löst, und ob dein Körper ihn durch die Darmwand transportieren kann.
Beides hängt an der chemischen Form. Nicht an der Menge auf der Packung.
Magnesium: das deutlichste Beispiel
Magnesium ist das meistgekaufte Mineral in Deutschland — und das am häufigsten verschenkte. Die meisten Produkte setzen auf Magnesiumoxid, weil es günstig ist und viel Magnesium pro Gramm trägt, was das Etikett beeindruckend macht. Der Haken: Oxid muss sich erst in der Magensäure auflösen, und das gelingt schlecht.
In einer doppelblinden Crossover-Studie am Rohstoff wurden vier Magnesium-Formen bei gleicher Dosis verglichen. Sucrosomial® Magnesium — ein Mineralkern in einer Schutzhülle aus Sucrose-Estern und Phospholipiden — lag in allen drei Messwerten vorn: im Blut, in den Zellen und bei der insgesamt aufgenommenen Menge. Bisglycinat, das viele für eine der guten Formen halten, zeigte in den Zellen gar keinen Anstieg.¹
Die praktische Folge: Eine kleinere Menge einer gut aufgenommenen Form kann mehr verwertbares Magnesium liefern als eine große Menge der günstigen.
Warum die Hülle zählt. Die Schutzschicht löst sich nicht in der Magensäure. Sie öffnet sich erst weiter hinten, im Darm — dort, wo die Aufnahme ohnehin stattfindet. Was im Magen nicht zerfällt, kann ihn auch nicht reizen.
Keratin: warum die Molekülgröße entscheidet
Haar besteht großteils aus Keratin, also klingt Keratin in einer Kapsel logisch. Das Problem: Unversehrtes Keratin ist ein großes, zähes Protein — dein Darm kann damit wenig anfangen.
Das Keratin, das wir einsetzen (Kera-Diet®), ist so weit zerlegt, dass jedes Molekül unter 800 Dalton liegt und über 83 % aus freien Aminosäuren bestehen. In diesem Zustand lässt die Darmwand es durch. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie stieg der Haarglanz bei unserer Dosis von 500 mg pro Tag über 90 Tage um 42 %.²
Resveratrol und Quercetin: allein kaum löslich
Einige der interessantesten Longevity-Stoffe teilen eine Schwäche: Sie lösen sich kaum in Wasser, deshalb erreicht von einem Standard-Extrakt nur sehr wenig das Blut.
Zwei erprobte Antworten sind das Liposom — der Stoff in einer Fetthülle — und das Phytosom, bei dem er an Phospholipide gebunden ist. In pharmakokinetischen Studien der Rohstoffhersteller erreichte liposomales Resveratrol (LipoAvail®) den 14-fachen Blutspiegel eines Standard-Extrakts, Quercetin-Phytosom (Quercefit®) die 20-fache Aufnahme von Standard-Quercetin.³ ⁴
Worauf du auf dem Etikett achten solltest
Die Form schlägt die Milligramm
| Nährstoff | Gut aufgenommen | Üblich, aber schwach |
|---|---|---|
| Magnesium | Sucrosomial®, Bisglycinat | Oxid als eigene Zutat |
| Keratin | Hydrolysiert, unter 800 Dalton | Unversehrtes Keratin |
| Resveratrol | Liposomal | Standard-Extrakt |
| Quercetin | Phytosom | Standard-Pulver |
| Vitamin K2 | MK-7, all-trans | Gemischt cis/trans |
Wie wir damit umgehen
Jede Formel, die wir bauen, beginnt bei der Form, nicht bei der Menge. Deshalb führt unser Magnesium mit Sucrosomial®, statt die Kapsel mit Oxid zu füllen. Deshalb ist unser Keratin bis auf Aminosäure-Größe zerlegt. Und deshalb stecken Resveratrol und Quercetin in Health+ in einem Träger.
Das kostet mehr pro Kilogramm Rohstoff. Es ist der eine Teil eines Präparats, der darüber entscheidet, ob der Rest überhaupt zählt.

Magnesium
Lies die Form, nicht nur das Etikett
Sieh dir an, wie die vier getesteten Magnesium-Formen abschneiden — mit den Studienzahlen.
Zum Vergleich
Auf einen Blick
- Bioverfügbarkeit ist der Anteil eines Nährstoffs, der in verwertbarer Form im Blut ankommt.
- Magnesium: Sucrosomial® +10,5 % im Blut nach 24 h, Citrat +5,1 %, Bisglycinat +4,9 %, Oxid +2,4 % (Rohstoff, gleiche Dosis).¹
- Hydrolysiertes Keratin unter 800 Dalton, 500 mg pro Tag: +42 % Haarglanz nach 90 Tagen.²
- Liposomales Resveratrol: 14-facher Blutspiegel gegenüber Standard-Extrakt.³ Quercetin-Phytosom: 20-fache Aufnahme.⁴
- Alle Zahlen beschreiben Rohstoffe, nicht fertige Produkte.
Zuletzt geprüft: 2026-09-03 · Zellaforte Redaktion
Quellen
- Brilli E. et al. (2018): Magnesium bioavailability after administration of sucrosomial® magnesium. Eur Rev Med Pharmacol Sci 22:1843–1851 (PubMed 29630135). Doppelblinde Crossover-Studie, 10 gesunde Probanden, je 350 mg elementares Magnesium, Veränderung gegenüber dem Ausgangswert nach 24 Stunden.
- Tursi F. et al. (2025): randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie zu hydrolysiertem Keratin (Kera-Diet®), 99 Frauen zwischen 35 und 65, 90 Tage; die genannten Zahlen stammen aus dem 500-mg-Arm. DOI 10.1111/jocd.16626.
- Pharmakokinetische Studie zu liposomalem trans-Resveratrol (LipoAvail®), Herstellerdaten, EffePharm.
- Aufnahme-Studie zu Quercetin-Phytosom (Quercefit®), Herstellerdaten, Indena.
- Alle Studien wurden an den Rohstoffen durchgeführt, nicht an den fertigen Zellaforte-Produkten, und belegen keine Wirkung eines Nahrungsergänzungsmittels bei Erkrankungen.